Faust
Der Tragödie erster Teil
Selbstgeschriebenes Ende
Es treten auf: Faust, Gretchen, Mephistophles, Der Herr, Engel
Mephisto: Sie ist gerichtet!
Stimme: Ist gerettet!
(Gretchens Leiche wird fortgetragen und Faust ist zutiefst bestürzt, er sieht ihr hinterher + instrumentale Begleitung)
Faust: Oh mein Gott! Was hast du Teufel angerichtet? Hab ich mich doch von dir umgarnen lassen. Wie konnte ich nur so blind sein! Die ganze Zeit, hatte ich nur mein eigenes Glück im Sinn. Selbstsüchtig und verblendet hab ich mich von dir lenken lassen. Hätt ich mich doch nur nie auf deine Ebene begeben. Fluch über meine Torheit. Liebe und Lust habe ich genossen. Doch sollte es nicht von Dauer sein. Getrübt war mein Blick für die Realität.
(aus dem Himmel ertönt Gretchens Stimme)
Gretchen: Heinrich! Heinrich!
Faust: Ich dächte ich hörte eine Stimme. Ach was – nur eine Täuschung. Wenn sie doch hier wäre, dann könnte ich sie um Vergebung bitten. Nun erkenne ich… erkenne meine Schuld.
Lass mich in Ruhe Teufel!
Ich verzichte auf deine Dienste!
Scher dich zur Hölle!
Gretchen: Heinrich! Heinrich!
(Faust blickt zum Himmel zu Gretchen)
Faust: Sie ist gerettet!
(Faust entfernt sich von Mephisto + instrumentale Begleitung bis Faust angekommen ist)
Mephisto: Was für eine typische Reaktion des Menschen… emotionsüberladen und töricht. Naja er beruhigt sich schon wieder.
(Der Herr taucht auf)
Der Herr: Es kam, wie es kommen musste. Denn gegeben, habe ich den Menschen die Kraft der Liebe, Vernunft und Besonnenheit.
Mephisto: Oh Herr! Wie es scheint, lasst ihr euch mal wieder blicken. Aber gewonnen habt ihr deswegen noch lange nicht. Und ja Gegeben hast du ihnen die Vernunft, aber gebrauchen tun sie sie nicht.
Ich mein schau ihn dir doch an, wie er seinen Trieben nachgegangen ist.
(Deutet mit dem Finger auf Faust + instrumentaler „Schlag“)
Herr, ist das also die Krönung deiner Schöpfung?
Der Herr: Sicherlich, werden die Menschen noch oft vom rechten Weg abkommen, dennoch werden sie immer auf ihn zurück finden.
Mephisto: Doch um welchen Preis? Wie viel Leid, muss auf diesen Weg unter die Menschen gebracht und wie viel Blut vergossen werden? Ist nicht diese Dirne das Beste Beispiel?
(wendet sich an Gretchen)
Gretchen: Wohl war mein Handeln war falsch und meine Unschuld verlor ich auch. Aber Gnade wurde mir zu Teil.
Der Herr: Den ihr Herz ist rein! Und auch Faust erkannte seine Schuld.
(Faust schaut auf)
Mephisto: Auch er ist meinen Verführungskünsten erlegen, da kann er noch so viel jammern. Denn nur als gefährlichstes Spielzeug wollte er das Weib. Allein sein Wille war es und er war nicht von guter Natur. Ich habe lediglich den Weg geebnet. Deine Menschen sind abscheulich Herr, denn solange der Mensch auf Erden weilt wird er nie vor meinen Verführungskünsten gefeit sein!
Der Herr: Für wahr, dass Gute kann nicht ohne das Böse bestehen. Licht und Schatten gibt es eben schon, seitdem die Menschen ihren Verstand benutzen. Und was deine Wette angeht… beweisen konntest du letztendlich nur, dass man die Menschen niemals voll von ihrem Urquell abziehen kann.
(instrumentale Unterlegung)
-End-
Carolin Rückriem


