Ein Funke des Feuers
- Verstand vs. Gehirn-Doping -
„Immer höher, immer weiter“, „Hauptsache studiert!“, „Mach aus dir und deinem Leben das Beste!“. Nach diesen Prinzipien lebt und handelt unsere Gesellschaft. Doch was ist das Beste? Ist das Beste etwas Objektives, was man messen oder konkret bestimmen kann? Oder ist es das persönliche Wohlbefinden und der Status, den eine Person besitzt oder einnimmt?
Geht es hierbei darum, wer am glücklichsten und ausgeglichen ist oder nur darum, wer das größte Gehalt und einen Doktor-Titel vorweisen kann?
Woher kommen diese Ansichten, dass es im Leben darum geht, sich nicht zu einem besseren Menschen zu entwickeln, sondern zu einer „ge-upgradeten“ Maschine umfunktionieren zu lassen? Ist dem denn wirklich so?
Ich denke schon, denn bereits im Kindesalter werden die Menschen dahingehend beeinflusst, so schnell wie möglich so viel wie möglich aufzunehmen, zu verstehen und zu lernen.
Schon die kleinsten der Kleinen werden dazu angehalten, zu lernen. Es gibt bereits in der Kinderkrippe Spielzeug in Form von bunten Holzbuchstaben und auch Fremdsprachige Kindertagesstätten gehören heute für den Manager von morgen zum guten Ton.
Kaum wurde die Schultüte geplündert, geht der Leistungsdruck so richtig los.
Anfangs beginnt alles noch ganz langsam, damit man sich erstmal an den Schulalltag gewöhnen kann. Doch kaum kann man das ABC-Lied auswendig und hat sich zum A den Affen und zum Z das Zebra gemerkt, ist man schon gezwungen, sich zu entscheiden, ob man mit 10 Jahren auf das Gymnasium gehen möchte, oder doch lieber einen der anderen 100 möglichen Bildungswege einschlägt, die unser Land uns bietet. Doch welcher Weg ist nun der meine? Oder ist diese Frage mittlerweile unzulässig? Sollte sie nicht viel eher lauten: Was wird von mir erwartet zu tun?
Besonders in Prüfungssituationen werden die Stimmen immer lauter, die behaupten, es käme so genanntes Gehirn-Doping zustande.
Wissenschaftlich ist belegt, dass immer mehr Jugendliche zu Drogen greifen. Mit Ausdrücken wie „Aufputscher“, „Gute-Laune-Macher“ oder „Wachhalter“ werden diese dann verharmlost.
Ob nun aus Leistungsdruck heraus oder aufgrund sozialer Unstimmigkeiten, immer mehr suchen einen Ausweg. Ist diese Generation nur nichts mehr gewöhnt? „Früher ging es doch auch ohne solche „Hilfsmittel!“, sagen da viele. Das stimmt zwar, doch darf man dabei meiner Ansicht nach nicht außer Acht lassen, wie sich unsere Gesellschaft gewandelt hat. Auch wenn unsere Generation in Frieden und Sicherheit aufwachsen kann und auch eher selten 20 Kilometer durch den Schnee laufen muss um zur Schule zu gelangen, so sind die Zeiten nicht unendlich leichter geworden. Anders, und in vielerlei Hinsicht bequemer, aber nicht leichter. Denn die Wissenschaft und der technische Fortschritt bringen nicht nur Multi-Tasking-Haushaltsgeräte zu tage, sondern auch erhöhte Anforderungen, Leistungsdruck, Massenvernichtungswaffen, Telefone bei denen man die Taste zum Telefonieren kaum noch findet, Computer, die das selbstständige Denken ersetzen können und moderne Medien, die uns sagen, was wir zu tun und zu denken haben- BILD DIR DEINE MEINUNG!
Unter diesen Umständen scheint es zwar moralisch nicht weniger fragwürdig, doch rein objektiv betrachtet nicht weiter verwunderlich, warum es zu Gehirn-Doping kommt. Denn nicht nur in der 90er-Jahre Fernsehsendung lautet das Motto: Der schwächste fliegt!
Ein anderer Punkt ist, dass man nicht nur im Geiste fit sein soll, sondern auch körperlich.
Doch statt Beiträge von Sportvereinen zu senken oder städtische Kinder- und Jugendclubs zu errichten, die Sport, Kultur und Bildung gleichermaßen fördern und dabei den Spaß auch nicht zu kurz kommen lassen, investieren wir lieber in die Produktion von probiotischen Drinks, die alle nötigen Vitamine und Abwehrstoffe gebündelt in 125 ml zusammenfassen, oder in Fitness-Cornflakes, die schlank machen sollen. Und wenn alles nichts mehr hilft, lassen wir uns auf eine Fitness-Flatrate im nächstgelegenen Sportstudio ein.
Doch woran liegt dieser Wandel wirklich? Gab es nicht immer harte und noch viel härtere Zeiten als diese jetzt? Warum wird es heutzutage als nötig erachtet, der oder die Beste zu sein, egal in welchem Bereich, egal zu welchem Preis?
Machen wir uns zu viele Gedanken über unsere persönliche Entwicklung, sodass wir fast alles zu tun bereit sind, oder doch eher zu wenig?
Warum ist es einerseits wichtiger geworden, viel Geld zu verdienen und gewisse Stufen auf der Karriereleiter zu erklimmen als das persönliche Wohlbefinden zu erreichen, aber andererseits boomt das Geschäft mit dem schnellen Glück- kurze Fernsehsendungen, deren einziger Auftrag es ist, die Leute mit flachen Klischees zum Lachen zu bringen, Rabatt-Schlachten in den Kaufhäusern, Aktivia, Aktimel, ein Joint, LSD…
Wer trägt die Schuld an dieser Entwicklung? Ist es die Schnelllebigkeit in unserem Leben, die uns dazu verdammt, alles dafür zu tun, so schnell wie möglich alles Mögliche zu erreichen – für immer jung, schön, gesund, fit und klug zu sein? Gibt es diesen Idealmenschen überhaupt?
Viele mögen an dieser Stelle gerne sagen, es liege an der Gesellschaft und daran, wie sie sich im Laufe der Zeit unter Einfluss dieser ganzen Faktoren entwickelt hat. Doch sind wir nicht alle Teil dieser Gesellschaft? Ist denn nicht jeder einzelne von uns ein Stück vom Ganzen, und besitzt denn nicht jeder von uns gesunden Menschenverstand? Bereits im antiken Griechenland sprach Platon in diesem Zusammenhang vom Funken des göttlichen Feuers, der jedem Menschen die Freiheit gibt, zu denken, zu verstehen und eigenverantwortlich zu handeln. Wo ist dieser Funke hin?
Nicht nur, dass wir uns dazu hinreißen lassen, alles, was man möglich machen kann auch möglich zu machen, nein, wir beschweren uns darüber, finden diese Entwicklung ganz schrecklich, fragen wohin das wohl noch führen mag… – doch es führt nur dahin, wo wir es hinhaben wollen!
So lange wir zulassen, dass die persönliche Selbstverwirklichung als brotlose Kunst erachtet wird, werden die aalglatten, herzlosen Manager nicht weniger.
So lange McDonalds eine ausgewogene Ernährung ersetzt, werden unsere Kinder nicht schlanker und aktiver.
Solange wir für mehr öffentliche Meinung statt persönlicher Bildung einstehen, werden die Mitläufer nicht weniger.
Ich denke, dass jeder sich als eigenverantwortlichen Menschen, aber auch als Teil des Ganzen wahrnehmen und demnach handeln sollte. Die Entwicklung entwickelt sich nicht von alleine, wir haben keinen Sündenbock außer uns selbst. Es ist an uns, dem entgegen zu wirken, denn ansonsten werden wir früher oder später jung, gesund, fit und klug doch dem Untergang geweiht sein.
Maria Weber



Ich finde ja, dass du eine gute Grundkommunistin wärst. Durch die Ablehnung von Demokratie von einer Gemeinschaft Grenzen beseitigen und eine neue Gesellschaftsstruktur erschaffen. Kommunismus ist keine Regierungsform sondern eine neue Stufe der menschlichen Sozialisation, eine Perfektionierung der Demokratie. Setzt dich für ein Ziel ein. Lass dich nicht in die Gesellschaft hineinzwängen. Man kann es nur versuchen. Es ist schwer ;D